Thema: Terminologie

Juli 21st, 2020 by Christian Faust - Posted in Deutsch
  • Was ist Terminologie?
  • Warum ist Terminologie wichtig?
  • Was bringt mir Terminologiemanagement?
  • Wie gehe ich vor?

Ein neuer Kunde im Februar brachte sein Problem auf den Punkt: „Wir brauchen dringend eine einheitliche Terminologie im gesamten Unternehmen. Die Workflows sollten unkompliziert sein, und der Aufwand für uns muss so gering sein wie möglich, denn unsere Mitarbeiter haben andere wichtige Aufgaben. Was sollen wir tun?

Mit dieser Problemstellung sind viele Unternehmen konfrontiert. Deshalb befassen wir uns hier mit den oben stehenden Fragen und zeigen eine praktikable Lösung auf, die schnell und einfach zum gewünschten Ziel führt.

Probleme treten bereits bei der Kommunikation innerhalb einer einzigen Sprache auf. Sie nehmen zwangsläufig erheblich zu, wenn die Beteiligten unterschiedliche Sprachen sprechen.“ (vgl. Arntz, Picht, Mayer – Einführung in die Terminologiearbeit, 2002)

Was ist Terminologie?

Unter Terminologie versteht man die Gesamtheit der Begriffe und Benennungen in einem Fachgebiet. Es dreht sich also um den Fachwortschatz, der eine effiziente und zweckmäßige Kommunikation ermöglicht.

Genauer gesagt handelt es sich um die einheitlichen branchen- oder auch kundenspezifischen Fachbegriffe, die im Rahmen eines Übersetzungsprojekts verbindlich verwendet werden. Grundlage jeder Übersetzung bildet ein Glossar, das bereits beim Auftraggeber besteht oder vom Übersetzer erstellt und mit dem Auftraggeber vereinbart wird.

Je nach Anwendungsfeld und Grad der Komplexität genügt es dabei nicht, dass nur je ein Wort in der Ausgangssprache einem Wort in der Zielsprache gegenübergestellt wird, sondern häufig müssen zusätzliche Angaben erfasst werden, wie Fachgebiet, Definition, Kontext, Quellenangabe usw., um die fehlerfreie Übersetzung zu gewährleisten. Fotos können ebenfalls zweckmäßig sein.

Das Übersetzen eines Fachtextes ist nur dann möglich, wenn man über den Wortschatz des betreffenden Fachgebietes, seine Terminologie, verfügt. Der Übersetzer ist gezwungen, sich vor dem eigentlichen Übersetzen mit der Terminologie des betreffenden Textes vertraut zu machen.“ (vgl. Arntz, Picht, Mayer – Einführung in die Terminologiearbeit, 2002)

Warum ist Terminologie wichtig?

Die Wichtigkeit einer einheitlichen Terminologie kann nicht genug betont werden. Fast die Hälfte aller Übersetzungsmängel und des Aufwands für Nacharbeiten entfällt auf falsche oder inkonsistente Terminologie.

Eine Umfrage des amerikanischen Fachmagazins Multilingual zeigte eines der Hauptprobleme international tätiger Unternehmen im Zusammenhang mit Übersetzungen auf:

Knapp 80% der befragten Personen erklärten, dass sie das Hauptproblem bei ihren Übersetzungen in der Terminologie sehen: Entweder ist keine spezifische Terminologie vorhanden oder sie wird nicht konsistent verwendet. Eventuell vorhandene Glossare werden nicht verbindlich aktualisiert, es besteht kein unternehmensweiter Zugriff.“

Die Terminologie sollte unternehmensweit vereinheitlicht sein. Durch die Nutzung, Ergänzung und Pflege einer einheitlichen Terminologie werden Konsistenz und Corporate Identity gewahrt.

Besonders im linguistischen Bereich, wo wir mit unterschiedlichen Ausdrucksweisen, Stilebenen und Vorlieben zu tun haben, aber auch mit abweichenden Terminologien und Ordnungssystemen in den Zielsprachen, sind Rück- und Klärungsfragen häufig. Der Aufwand für die Klärung kann erheblich sein. Im Idealfall sollte dies einmal und endgültig geschehen.

Eine einheitliche Terminologie ist also unabdingbar für das korrekte Verständnis einer Aussage in der Zielsprache: Das kann unter Umständen, wie bei der Bedienung einer Maschine, wesentliche Auswirkungen zum Beispiel auf Betrieb, Wartung, Sicherheit und Unfallverhütung haben.

Was bringt mir Terminologiemanagement (und meinem Unternehmen)?

Eine sorgfältige Terminologieverwaltung kann die Wiederverwendung von Übersetzungen erleichtern, Fehler bei der Erstellung oder Übersetzung reduzieren, die Überarbeitungszeit verkürzen und dazu beitragen, den Prozess der Content-Erstellung und Lokalisierung zu rationalisieren.“ (vgl. Rebecca Schneider, in: The language of localization, 2017)

Eine saubere und korrekte Terminologie spart zweifelsfrei langfristig Zeit, Geld und Nerven, abgesehen davon dass eine unternehmensweit einheitliche und jederzeit verfügbare Terminologie, die immer auf dem aktuellen Stand ist, viele Unsicherheiten, Fragen und Rückfragen zwischen den verschiedenen Abteilungen, von der Produktion über das Marketing und den Vertrieb bis zum Kundenservice beseitigt. Das Ziel sind Klarheit, Eindeutigkeit und Zuverlässigkeit.

Eine systematische Vorgehensweise führt zu einem einzigen Glossar, das für alle gleichsam nützlich wie verbindlich ist: Jeder im Unternehmen weiß, dass es ein Glossar gibt, wo es zu finden und wie es zu nutzen ist. Vor allem muss gewährleistet sein, dass dieses Glossar jederzeit auf dem aktuellen Stand ist: Mehrere Glossare, die in unterschiedlichen Versionsständen nebeneinander existieren, sind nicht zu managen.

„Gute Projektmanager übernehmen nicht nur die Kontrolle über den Prozess, sondern managen auch die Beziehungen zu allen Beteiligten. Sie fragen die Kunden nach zusätzlichen Informationen und Ressourcen wie Terminologie, Referenzdokumenten, Produktinformationen und so weiter. Sie greifen proaktiv Fragen der Übersetzer auf und lösen sie effektiv. Sie kommunizieren Fortschritte, managen Erwartungen und erleichtern der nächsten Person die Arbeit.“ Andrew Lawless, CEO Rockant – It’s about people and relationships, in: Multilingual Juni 2016

Wie gehe ich vor?

Heute kann die Terminologie dank kollaborativer Workflows relativ einfach und ohne großen Zeitaufwand bereits währen des Übersetzungsprozesses gepflegt und gesichert werden. Der anfängliche Aufwand der Einrichtung der sprach- und fachspezifischen Glossare macht sich schnell bezahlt, da Fehlerquellen verringert werden, keine Rückfragen mehr notwendig sind und die Qualität der Übersetzungen einen optimalen Grad erreicht.

Insellösungen, unterschiedliche Versionsstände, fehlende Aktualisierungen der Terminologie, Kommunikationslücken, wiederholt auftretende Terminologiefehler usw.: Das alles gehört zum Glück der Vergangenheit an!

Dreh- und Angelpunkt ist der Projektmanager des Sprachendienstleisters: Über die Terminologiedatenbank (TB, von Englisch: Termbase) verwaltet er die relevanten und kundenspezifischen Fachbegriffe. Dies geschieht zum Beispiel bei FaustTranslations.com durch die Übernahme der bestehenden Kundenterminologie und der laufenden Pflege der Terminologie in Echtzeit während Übersetzung, Revision und Projektmanagement.

Terminologie steht am Anfang des Übersetzungsprozesses. Und mittendrin. Und am Ende.

Modernste Übersetzungsumgebungen, wie zum Beispiel Smartcat, besitzen ein integriertes Terminologiemodul. Unsere Kunden können einfach und ohne Kosten angebunden werden und haben damit selbst unmittelbaren Zugriff auf ihre Terminologie im System, und das ohne jede Einschränkung. Dem Übersetzer wird bei der Arbeit die richtige Terminologie angezeigt. Auf mögliche Abweichungen wird er (ebenso wie der Revisor und der Projektmanager) warnend hingewiesen.

Damit neues Wissen genutzt werden kann, muss zunächst die Sprachbarriere überwunden werden. Das kann aber nur dann ohne Informationsverlust geschehen, wenn die entscheidenden Informationsträger, die Terminologien, vorhanden sind bzw. geschaffen werden können.“ (vgl. Arntz, Picht, Mayer – Einführung in die Terminologiearbeit, 2002)

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