For the Tonne

For the Tonne

Soso, Ihnen liegt nicht viel an Übersetzungen? Und von Übersetzungsprojekten, die Ihnen aufs Auge gedrückt werden, halten Sie rein gar nichts? Dann haben wir für Sie zuverlässige Tricks, mit denen Sie ohne jeden Aufwand jedes Übersetzungsprojekt zum Scheitern bringen. Eine kleine Auswahl der beliebtesten Killer-Maßnahmen: 

Sagen Sie Ihrem Übersetzer nicht, was Sie von ihm erwarten.

Zweckdienlich ist eine E-Mail mit der Vorgabe: „Bitte übersetzen.“ Je nach Erfahrung (oder Intuition?) hat Ihr Übersetzer eine Ahnung, an welche Zielsprache Sie denken (und Zielmarkt und Sprachvariante: z.B.: US, UK, CAN, AUS?).

Natürlich lassen Sie Zweck oder Zielpublikum offen: Pressemitteilung, zu Informationszwecken, Marketing, Produktion oder interne Kommunikation, Schulung, Vertrieb, Endkunde... Umso weniger Informationen der Übersetzer hat (Stichwort Kontext), desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er seinen Job vermasselt.

Gewähren Sie dem Übersetzer keine unnötige Zeit.

Gute Leute haben immer Arbeit, also keine Diskussion über einen Liefertermin. Da die Übersetzungsanforderung liegen geblieben und daher eilig ist (man kann ja nicht an alles denken), schreiben Sie: „Bitte übersetzen für morgen.“ 

Bieten Sie dem Übersetzer keinen Ansprechpartner.

Denn unter Umständen lässt der Ausgangstext einige Fragen offen (missverständlich oder unpräzise formulierter, fehlender Text oder Kontext, komplizierte technische Zusammenhänge, Terminologie, ...), die einen kompetenten Ansprechpartner in Ihrem Unternehmen erfordern. Aktivieren Sie daher Ihren Autoresponder.

Zwei weitere hilfreiche Maßnahmen gehen Hand in Hand:

Wählen Sie Ihren Übersetzer immer nach dem niedrigsten Preis aus und wechseln Sie regelmäßig.

So sparen Sie bares Geld, der Übersetzer wird willfähriger (beim nächsten Mal wird er seinen Preis niedriger ansetzen oder nörgelt nicht über den viel zu engen Liefertermin), und Sie stellen sicher, dass qualitätsbewusste Übersetzer, die nicht mit heißer Nadel stricken, auf der Strecke bleiben. Für die Terminologie können Sie auf diese Weise ziemlich sicher gewährleisten, dass es keine Konsistenz gibt. Selbst für wesentliche Fachbegriffe lassen sich oft Synonyme und abweichende Bezeichnungen finden. Soll der Übersetzer halt mal suchen, ins Glossar schauen kann schließlich jeder. (Ach, gibt keins? Noch besser!) Dadurch werden die Übersetzungen nie langweilig und beim Lesen zweier Handbücher zu Geräten, die zu 95% identisch sind, werden Sie keine nervtötenden Wiederholungen feststellen. Folglich werden auch Übersetzungs- und Terminologiedatenbanken hinfällig und müssen nicht gepflegt werden. Eine Mühe weniger!

Veröffentlichen Sie die Übersetzung ungesehen.

Ein heikler Punkt ist das sogenannte ICR (In Country Review), das im Wesentlichen darin besteht, dass die fertige Übersetzung von einem kompetenten Mitarbeiter im Zielland nachgelesen wird, um Anpassungen an Stellen vorzunehmen, die der Übersetzer in Unkenntnis nicht korrekt übertragen konnte. Das ICR könnte bewirken, dass Ihr Übersetzungsprojekt doch noch die Kurve kriegt. Deshalb: Verzichten Sie auf das ICR, richten Sie keine Feedback-Schleife zum Übersetzer ein und präsentieren Sie Ihrer Auslandsniederlassung das Machwerk fix und fertig und ohne Wenn und Aber!

Ach ja: Falls Sie Ihrem Übersetzer nicht in irgendeiner Weise verbunden sind, können Sie das „Bitte“ natürlich weglassen. Schreiben Sie bei Ihrem nächsten Übersetzungsauftrag kurz: „Übersetzen, für morgen“.

Damit ist die Sache dann erledigt.

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